1891 errichtete Dr.Karl Erdmann Heine direkt an seinem gleichnamigen Kanal dieses Gebäude (Kanal 28) als Mörtel- und Ziegelfabrik. Viele Häuser der Gründerzeit entstanden aus diesen Ziegeln.
Spuren von den damaligen Transportmitteln (Feldbahn, Schiff) finden sich sogar noch heute im Cafe Kanal 28 und in seiner Umgebung. Die Fabrik überstand zwei Weltkriege, 1968 wurde der Betrieb jedoch erstmalig eingestellt. Zu DDR-Zeiten nutzte das Baukombinat Leipzig das Gebäude: zeitweise beherbergte es den Aufbaustab West (die Bauleitung des Stadtgebietes Grünau). Mit der Wende 1990 kam es dann im Zuge der Auflösung von VEB-Betrieben allerdings zur endgültigen Schließung.
Erst Mitte der 90er Jahre wurde die ehemalige und mittlerweile fast vergessene Fabrik von einem Jugendhilfeverein, dem Wabe e.V., wiederentdeckt. Auf der Suche nach Räumen für Freizeit- und Hilfeangebote für Jugendliche, entstand die Idee, die alte Fabrik als EXPO-Projekt in ein neues Jugendzentrum umzubauen.Ab Juli 1997 begannen zunächst die Entrümpelungs- und schließlich auch die Bauarbeiten.Eines sollte jedoch erhalten bleiben: Der Industriecharakter des Gebäudes. Die halb verputzten Wände sind also genauso gewollt wie die monströsen Heizungsrohre. Anfang März 1999 war es dann endlich soweit: Geschäftsstelle, DomiZiel, Beschäftigungsprojekt und der Offene Bereich konnten in die neue Bleibe umsiedeln. Nahezu zeitgleich eröffnete auch das Cafe Kanal 28 am neuen Standort.